Interview: tok tok - Geschmack verpflichtet




Als sich Anfang der Neunziger die Berliner Technokultur vom zarten Pflänzchen zum ausgewachsenen Baum entwickelte, befand sich tok tok mitten in der Gründung. Es folgten Charterfolge, internationale Touren und  diverse Auszeichungen. Benjamin Weiss und Fabian Feyerabend sind vom Party Act zu Chartbreakern mutiert. Wie war das damals? nachtleben Berlin fragt nach.

Vor acht Jahren gingt ihr mit der Single “Missy Queen's Gonna Die feat. Soffy O” steil. Es folgte mit “Day Of Mine” ein weiterer Charthit. Was ist euch aus dieser Zeit im Gedächtnis geblieben?
Besonders die absurden Szenen: zum Beispiel wenn einem die Plattenfirma jemanden aus Hamburg mit grosser Limousine vorbeischickt, nur um einen nach Potsdam zu fahren und wieder nach Hause zu bringen. Oder wenn man beim Fernsehen, wo alles Vollplayback ist, zum ersten Mal so tun muss, als ob man Musik macht. Was schwerer ist, als man denkt.  

Inwiefern profitiert ihr heute noch von dieser Zeit?
Natürlich war es manchmal ein wenig anstrengend und seltsam, aber insgesamt auf jeden Fall mehr Segen als Fluch, schliesslich können wir seitdem von der Musik leben. Außerdem war es ja nicht so, dass man uns dauernd auf der Strasse erkannt hätte.

Was treibt eure Musik an: das Herz oder der Verstand?
Ganz ehrlich: Wir wissen es nicht. Am ehesten noch der eigene Geschmack.


Das Album „Bullet in the Head“ ist auf toktokrecords erschienen.
tok tok live am 26.02. bei der Familienfeier im Tresor